Bye bye Boomer,
hello Zoomer!

Darum ist die Gen Z für das B2B-Content-Marketing relevant

von Lisa Krawczyk

Die Generation Z – also alle, die 25 Jahre alt und jünger sind – drängt auf den Arbeitsmarkt. Und auch wenn sich noch nicht viele von ihnen in Positionen befinden, die Kaufentscheidungen tätigen, werden sie das bald tun. Auch wenn sich ihr Kaufverhalten dann erst noch festigen muss, lohnt es sich dennoch bereits jetzt, die Gen Z auf dem Schirm zu haben, wenn es um die Ausrichtung der Content-Marketing-Strategie geht.

Was macht die Gen Z aus?

  • Sie ist die erste Generation von Digital Natives, die ein Leben vor dem Internet und insbesondere vor dem mobilen Internet am Smartphone oder Tablet nicht kennt.
  • Sie ist toleranter, aufgeschlossener und umweltbewusster als jede andere Generation, aber im Vergleich zu Millennials bzw. zur Generation Y eher realistisch als optimistisch/idealistisch eingestellt.
  • Sie ist erwachsen geworden während der Weltwirtschaftskrise. Das bedingt eine große Skepsis gegenüber unternehmerischen Versprechen sowie ein großes Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität.

Der letzte Punkt ist sehr wichtig. Denn er bedeutet auch: Die Gen Z ist eine sehr loyale Generation, hat sie einmal Vertrauen gefasst.

Doch wie gewinnt man das Vertrauen? Durch den Aufbau einer Beziehung.

Das mag auf den ersten Blick in Widerspruch stehen mit der Annahme, diese digitalaffine Generation verlange vor allem danach, auf dem virtuellen Vertriebsweg angesprochen zu werden. Insbesondere für den Erstkontakt ist dieser auch der richtige Weg. Aber nicht für die Kaufentscheidung. Hier kommt es auf den persönlichen Kontakt an, sei es zum Unternehmen oder zur Community – also anderen Personen, die Produkte des Unternehmens kaufen. (Bildquelle)

Was bedeutet das nun für das B2B-Content-Marketing?

  • Wollen Unternehmen Gen Zler erreichen, braucht es Digital-first-Strategien. Die sozialen Medien haben als Kommunikationskanal oberste Priorität. Bedenkt man, welche Apps von der Gen Z am meisten genutzt werden – Tik Tok und Instagram (vor allem Stories und Reels) – heißt das: Brands brauchen Vertical Video Content! Und weil die Videos kurz sind, müssen die Werbebotschaften auf den Punkt gebracht und sofort greifbar sein.
  • Statt Marken vertrauen Gen Zler Menschen. Influencer Marketing gewinnt also noch mehr an Bedeutung als sowieso schon. Dazu zählt auch der Aufbau von Corporate Influencern beispielsweise auf LinkedIn, wo die Generation Z zur am schnellsten wachsenden Mitgliedergruppe gehört. Auch der Aufbau von Communities erhält weitere Relevanz. User Generated Content ist hier ein Weg, um Anknüpfungspunkte zu schaffen.
  • Kommunikation ist keine Einbahnstraße, genauso wie Beziehungen nicht einseitig sind. Die Gen Z will sich einbringen, Content Marketing muss interaktiv sein. Fragen stellen, Feedback geben – davon profitiert letztlich auch das Unternehmen. Dieser Punkt führt außerdem unweigerlich zum nächsten, denn:
  • Auch wenn klassische Vertriebskanäle bei der Gen Z nicht mehr länger funktionieren, heißt das z. B. noch lange nicht, dass die Messe tot ist. Sie mag vielleicht in Zukunft anders aussehen. Die Grenze zwischen B2C und B2B verschwimmt immer mehr. Auch für den B2B-Sektor gilt: Es werden keine bloßen Produkte verkauft, sondern Erfahrungen. Und Erfahrungen macht man eben im realen Leben, nicht am Bildschirm.
  • Der Content sollte schließlich den Ansprüchen der Gen Z an Nachhaltigkeit und Diversity entsprechen. Beides gilt es deswegen fest zum Teil der Kommunikationsstrategie zu machen. Dabei ist Authentizität gefragt – Greenwashing und Rainbowwashing werden entlarvt.

Die gute Nachricht ist:  Viele der Praktiken, die Unternehmen für die Ansprache von Millennials entwickelt haben, werden ihnen auch weiterhin gute Dienste leisten. Doch um langfristig zukunftsfähig zu bleiben und den Anschluss nicht zu verpassen, sollte dem kleinen, aber feinen Unterschied zwischen den beiden Generationen Rechnung getragen werden.