Abdichtungsarbeiten am Berliner Dom

Trockenen Fußes den Spreeblick genießen
Terrasse des Berliner Doms mit Triflex abgedichtet

Minden, 13. Dezember 2018. Seine traditionsreiche Geschichte, seine besondere Architektur und seine einmalige Lage direkt an der Spree machen den Berliner Dom zum beliebten Ausflugsziel von Besuchern aus dem In- und Ausland. Das feuchte Mikroklima sowie die starke Frequentierung durch Publikumsverkehr setzten der über 100 Jahre alten Bausubstanz jedoch zu. Durch die nicht mehr funktionsfähige Altabdichtung war Feuchtigkeit in die denkmalgeschützte Konstruktion eingedrungen. Dadurch zeigten sich im Bereich des sichtbaren Sandsteins an Uferterrasse, Treppen und Podesten extreme Ausblühungen. Mehrere Räume wie das Küsterbüro und verschiedene Gemeinde- und Lagerorte waren aufgrund der Feuchteschäden nicht mehr nutzbar. Für die betroffenen Bauteile beauftragte die Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin die NITEC Gesellschaft für Planung, Bauleitung und Projektsteuerung mbH mit der Erstellung eines Sanierungskonzepts sowie der Umsetzung der Abdichtungs- und Instandsetzungsarbeiten. Gemeinsam entschieden sich das Dombaubüro, die Planer von NITEC und Verarbeiter Dietrich Irmler von der Berliner Ausbau GmbH nach produktneutraler Ausschreibung für Triflex. Da die Abdichtung auf verschiedenen Untergründen sowie im Anschlussbereich erfolgen sollte und die Substanz zudem stark durchfeuchtet war, fiel die Wahl auf Triflex SmartTec.

Als größte Kirche der Hauptstadt ist der Dom ein zentraler Ort nicht nur für evangelische Christen des Kirchenkreises Berlin Mitte – hunderttausende Menschen aus dem In- und Ausland finden jährlich den Weg zur so genannten Museumsinsel, auf der das Monument nach fast elfjähriger Bauzeit am 27. Februar 1905 eingeweiht wurde. Neben seinem religiösen Zweck erfüllt der Dom weitere wichtige Aufgaben, z. B. als Veranstaltungsort für Konzerte oder als touristische Sehenswürdigkeit.

Durchfeuchteter Bestand

Das denkmalgeschützte Bauwerk war über ein Jahrhundert nahezu schutzlos Wind und Wetter ausgesetzt. Neben den Einflüssen durch Regen, Frost und Schnee wirkte sich vor allem die Nähe zum Wasser auf den Bestand aus. Spreeseitig waren die Treppen und die Uferterrasse nicht mehr zuverlässig gegen Feuchteeintrag geschützt – das zeigten u. a. Ausblühungen an der Sandsteinbalustrade sowie Kalkfahnen an einigen Stellen. Der Bereich zwischen der Außentreppe zur Uferterrasse und den Innenräumen wies Undichtigkeiten auf. An der Oberfläche der historischen Beläge prägten abgeplatzte Fugen zwischen den Granitsteinen das Bild. In der Folge drang Feuchtigkeit in das Naturstein-Mauerwerk ein und verursachte massive Schäden an der Substanz. Diese machten sich auch in einigen Räumen im Gruftgeschoss des Berliner Doms bemerkbar, die dadurch nicht mehr nutzbar waren. Da sich dort u. a. das Küsterbüro sowie der Gemeinderaum für Kindergottesdienste befinden, beeinflussten die Bauschäden auch die Abläufe des Dombetriebs.

Denkmalgerecht abdichten

Mithilfe von Finanzmitteln aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes sowie Eigenmitteln des Doms gab der Bauherr die Erstellung eines Sanierungskonzeptes für das 485 Quadratmeter große Areal in Auftrag. Gefragt war eine Systemlösung, die auch auf feuchten Untergründen appliziert werden kann und einen zuverlässigen Schutz bietet. Da die Abdichtung mit Estrich, Sandstein, Metall und Granit in Berührung kommt, sollte ein Material gewählt werden, das mit verschiedenen Baustoffen kompatibel ist. „Um die historische Ansicht im Bereich der Aufkantungen nicht zu verändern sowie die ursprünglichen Granitplatten bearbeitungsfrei wieder verwenden zu können, wurde hier eine Lösung gewählt, die ohne Eiskeile und Kappleisten funktioniert“, sagt Dipl.-Ing. Uwe Eckardt. Weiterhin standen die undichten Räume im Fokus, die mit der neuen Abdichtung wieder als Aufenthalts-, Lager- und Arbeitsbereiche freigegeben werden sollten.

Diffusionsoffener Bauwerksschutz

Nach intensiven Fachgesprächen und Begehungen vor Ort entschieden der Planer, der Architekt sowie der Verarbeiter, dass Triflex SmartTec all diese Anforderungen erfüllt. Die praxiserprobte, vliesarmierte Abdichtung eignet sich zum Einsatz unter fremden Belägen und haftet sicher auf verschiedenen Untergründen. Sie ist diffusionsoffen und somit eine passende Wahl für eine durchnässte Substanz, die dadurch nachträglich austrocknen kann. Triflex hat die lösemittelfreie Bauwerksabdichtung vor allem zum Feuchteschutz von Fundamenten und Gebäudesockeln in erdberührten Bereichen entwickelt. Eine Veränderung der historischen Optik ist vermeidbar, da das Harz flüssig aufgebracht wird und sich an alle Gegebenheiten anpasst. Das 1-komponentige Bindemittel auf Polyurethan-Basis ist hoch witterungsstabil und UV-beständig. Es kann in der Regel ohne Grundierung aufgebracht werden – auch auf feuchten, mineralischen Untergründen. Geschulte Fachbetriebe stellen damit schnell und sicher einen Bauwerksschutz mit elastischen, rissüberbrückenden Eigenschaften her.

Tragfähigen Untergrund schaffen

Vor Beginn der Abdichtungsarbeiten wurden die Gehwegplatten sowie die spreeseitigen Treppenstufen nummeriert und eingelagert. Anschließend konnte die schadhafte Altabdichtung sowie die Unterkonstruktion in den Bereichen, in denen die Feuchteschäden bereits massiv fortgeschritten waren, abgerissen werden. „Eine Treppe wurde komplett eingeschalt und neu in Beton gegossen, die anderen Treppen wurden reprofiliert und ausgebessert. Sämtliche waagerechte Flächen erhielten einen neuen Beton bzw. Estrich. Damit war ein tragfähiger Untergrund geschaffen, auf dem dann das Abdichtungssystem aufgebracht wurde“, sagt Joachim Meurer, Triflex Gebietsverkaufsleiter Region Ost, der die Arbeiten betreute. Um die Haftung der nachfolgenden Schichten zu sichern, schliffen die Fachverarbeiter der Berliner Ausbau GmbH den Untergrund an. Lediglich im Bereich der Sandstein-Details haben sie die Grundierung Triflex Pox R 100 aufgebracht. Anschließend folgte die Abdichtung von Details und Flächen mit dem vliesarmierten System Triflex SmartTec.

Gemeinsam zum Ziel

Gemeinsam haben Architekt, Planer, Verarbeiter und Bauherr mit Triflex SmartTec eine Abdichtungslösung gefunden, die alle Anforderungen passgenau erfüllt. Bereits im ursprünglichen Sanierungsplan des Dombaumeisters war Flüssigkunststoff vorgesehen, den Anstoß zum Einsatz von Triflex gab schließlich Uwe Eckardt, der bedarfsbezogen seit vielen Jahren immer wieder gern auf die Produkte des Mindener Herstellers zurückgreift. „Gerade bei schwierigen Stellen und bei Berührungen mit anderen Materialien bewähren sich die Systemlösungen“, so der Planer. Die Sanierungsmaßnahme erfolgte ohne bauliche Veränderungen, so dass der historische Charakter des Doms erhalten blieb und dauerhaft gesichert ist.

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2018-12-13T10:39:14+00:00