KSG Heilige Familie, Berlin

Pressefächer Hagemeister

Eine Hommage an Kirchenarchitekt Bachem
Hagemeister-Profilklinker schmücken Berliner Appartementhaus

Nottuln, den 05.06.2019. Dank eines bemerkenswerten Altbaubestands aus der Gründerzeit, vielen ansässigen Künstlern sowie trendigen Cafés und Kneipen hat sich Berlin-Prenzlauer Berg schon lange als Szeneviertel etabliert. Das Stadtbild ist ein junges: Im Vergleich mit dem Rest der Hauptstadt leben hier überdurchschnittlich viele Menschen zwischen 20 und 44 Jahren – und diese stehen für das Phänomen „Berliner Babyboom“. Wohnraum ist entsprechend knapp und begehrt, die wenigen verbleibenden Baulücken wollen sinnvoll genutzt werden. Diesem Anspruch wird das Neubauprojekt der katholischen Kirchengemeinde Heilige Familie in der Schivelbeiner Straße 29 gerecht: In direkter Nachbarschaft zur St.-Augustinus-Kirche entstand hier ein Wohn- und Geschäftshaus mit Kindertagesstätte und Appartements für Studierende. Ein wahrer Blickfang ist die Fassadengestaltung des Neubaus in Anlehnung an die St.-Augustinus-Kirche. Eigens für das Bauprojekt entwickelte das Nottulner Klinkerwerk Hagemeister einen Formklinker mit Höckerprofil. Dieser verleiht der Fassade einen geradezu skulpturalen Charakter.

Wie kein anderer prägte der Architekt Joseph Bachem den katholischen Kirchenbau im Berlin der 1920er und 30er Jahre. Seine mit den charakteristischen Klinkern verblendeten Backsteinbauten im Stil des Spätexpressionismus sind in der ganzen Stadt zu finden. So auch in Prenzlauer Berg, wo die Kirche St. Augustinus heute der Mittelpunkt der katholischen Gemeinde Heilige Familie ist. In direkter Nachbarschaft zur Kirche investiert die Gemeinde nun in die Zukunft: Es entstand ein Wohn- und Geschäftshaus, das neuen Lebensraum im christlichen Geist schafft.

Leben und lernen unter einem Dach

Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss des Neubaus an der Schivelbeiner Straße 29 wird die Kindertagesstätte aus der Dänenstraße 17 einziehen. Das Betreuungsangebot kann durch die neuen, größeren Räumlichkeiten von derzeit 45 auf 60 Plätze erweitert werden, davon 15 Plätze für Kinder unter drei Jahren. In den Obergeschossen zwei bis fünf sowie im Dachgeschoss entstanden 31 Ein- und Zwei-Zimmer-Appartements für Studierende, dazu 21 weitere für Auszubildende. Damit schafft die Kirchengemeinde dringend benötigten Wohnraum.

Eine Analogie zu Bachem

Der Neubau fügt sich zur Straße hin als Lückenbebauung harmonisch in die Umgebung ein und fungiert somit wie ein Schlussstein. Zum Hof hin ist das Gebäude offener und skulpturaler gestaltet. Die Fassadengestaltung mit Klinkern aus Nottuln greift auf rund 1.500 Quadratmetern Fläche die Gestaltung der St.-Augustinus-Kirche auf.“Wir wollten den Charakter des Gebäudes als ein mit St. Augustin zusammenhängendes Objekt darstellen. Der Architekt Bachem hat in meisterlicher Weise den Klinker eingesetzt, um seine Kirche als Solitär zu manifestieren, der einerseits eingebunden ist, andererseits eine Sonderrolle einnimmt“, erläutert Architekt Stephan Thiele, von dem der Entwurf für das Wohn- und Geschäftshaus stammt. Die Wahl fiel auf Hagemeister-Klinker in der Sortierung Alt Berlin GT – ein Fassadenstein in elegantem Schwarz-Anthrazit mit silbrigen Anflammungen.

Profilklinker für eine plastische Fassade

Während die homogene Farbgestaltung für ein einheitliches Erscheinungsbild sorgt, zeigen die zwei unterschiedlichen Formate die gestalterische Vielfalt einer Klinkerfassade: In den oberen Etagen wurden Steine mit glattem Profil verarbeitet, im Erdgeschoss die eigens für das Bauprojekt entwickelten Formklinker mit Höckerprofil eingesetzt – jeweils im Normalformat und verarbeitet im Halbsteinverband. Der Profilklinker mit seinen Vor- und Rücksprüngen gibt dem Gebäude eine plastische Relief-Struktur und verleiht der sonst eher reduzierten Formensprache des Baus raffinierte Details sowohl in der Optik als auch der Haptik.

„Die Gegenüberstellung von Vertikalen im Sockelbereich und der Bänderung in den Obergeschossen stellen für uns die Übersetzung der unterschiedlichen Funktionen des Gebäudes dar: lagernd und horizontal das Wohnen, vertikal und offen die Kita“, so Thiele weiter. Obwohl die Verblendung mit Klinker die Fassadengestaltung des Neubaus dominiert, kommt als strukturierendes Element auch der Baustoff Putz zum Einsatz: Die Putzflächen gliedern die Fassadenflächen und fassen die Mauerwerkselemente ein. Somit wirkt der Neubau mit Klinkerfassade zeitlos und klassisch.

Kunst und Klinker

Das Architekturbüro von Stephan Thiele hat sich zudem der Tradition der Kunst am Bau verschrieben. Für den Klinkerneubau an der Schivelbeiner Straße hat der Potsdamer Bildhauer Carl Constantin Weber in Anlehnung an den gegenüberliegenden sogenannten Affenspielplatz ein Wasserspiel entwickelt. Über einem an der Seitenfassade angebrachten Granitbecken thront nun, platziert auf der Wasserleitung, eine eindrucksvolle Affenplastik.

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2019-06-05T12:25:08+00:00