Skiflugschanze Oberstdorf

Den Adlern beim Fliegen zusehen
Plattform der Heini-Klopfer-Skiflugschanze mit Triflex rutschfest und dauerhaft dicht

Oberstdorf, 13. September 2018. Wie Adler fliegen die Spitzensportler der internationalen Skisprungszene über die Oberstdorfer Berge und Wälder hinweg in Richtung Stillachtal. Um ihnen dafür optimale Bedingungen zu bieten, wurde die Heini-Klopfer-Skiflugschanze unter der Leitung der Firma Renn Architekten, Fischen, aufwändig umgebaut. Für den vergrößerten Zugang zur Schanze forderte Planer Andreas Fauter eine rutschhemmende Abdichtung, die in der exponierten Lage dauerhaft Bestand hat sowie Einwirkungen aus Tausalz, Frost und UV-Strahlung trotzt. Da der Bereich auch als Aussichtsplattform dient, sollte ein Betonschutz hergestellt werden, der die Belastungen durch Publikumsverkehr aushält. Im Hinblick auf die Bedeutung des Bauwerks als ganzjähriges Touristenziel sowie auf bevorstehende Wettkämpfe spielte der Zeitfaktor eine wichtige Rolle. Vor diesem Hintergrund entschieden sich der Verarbeiter, die Dobler GmbH & Co. KG aus Kempten, und der Planer gemeinsam für Triflex ProPark Var. II auf Polymethylmethacrylat-Basis (PMMA). Das Abdichtungssystem kann selbst bei niedrigen Temperaturen verarbeitet werden, härtet rasch aus und schützt die Bausubstanz dauerhaft vor Nässe. Die Variante II mit der Beschichtung Triflex Cryl M 264 bildet eine rutschsichere Nutzschicht, die für starke mechanische Belastungen bei Wind und Wetter ausgelegt ist.

Die Oberstdorfer Skiflugschanze entstand im Jahr 1949 nach den Plänen des Skispringers und Architekten Heini Klopfer. Er war der erste, der dort die 90-Meter-Marke erreichte. Heute fliegen viele Athleten über 200 Meter, da die Voraussetzungen für rekordverdächtige Weiten über die Jahre baulich immer wieder optimiert worden sind. Im Zuge einer Generalsanierung sollten die Bedingungen der 72 Meter hohen Schanzenanlage nochmals verbessert werden.

Aussichtsplattform abdichten

Der ursprüngliche Schanzentisch wurde auf eine Länge von 45 Metern abgebrochen. Nach dem Verschieben um etwa sieben Meter nach hinten und fünf Meter nach oben ließen die Planer die Konstruktion auf dem bestehenden Spannbetonbauwerk des Anlaufturmes aufsetzen. Ebenso gehörten eine Vergrößerung des Auslaufbereiches sowie die Errichtung einer Tribünenanlage mit Geländestehplätzen zu den Baumaßnahmen. Um den Erhalt der über die Grenzen des Allgäus hinaus bekannten Skiflugschanze für viele Jahre zu sichern, sollte die neue Konstruktion der Aussichtsplattform mit einer funktionstüchtigen Abdichtung versehen werden.

Rutschhemmender Betonschutz

Gefragt war eine Lösung, die die Betonkonstruktion für viele Jahre vor extremen Witterungsschäden, z. B. durch eindringendes Tauwasser, sowie vor mechanischen Punktbelastungen durch Publikumsverkehr schützt. Mit einer rutschfesten Fläche sollte die Sicherheit für die Sportler, die Zuschauer und die Mitarbeiter erhöht werden. Da im Bereich der Aussichtsplattform diverse Untergründe wie Beton und Metall vorkommen, bildete die Kompatibilität der Abdichtungslösung mit diesen unterschiedlichen Baustoffen ein weiteres Kriterium. Die Fläche sollte sich später in das Gesamtbild der modernisierten Sportanlage einfügen und deshalb farbig ausführbar sein. Um die Sperrzeiten des Bereiches so kurz wie möglich zu halten, war eine rasche Verarbeitung wichtig. Auch die komplizierten Geometrien, die Haltbarkeit des Materials bei extrem niedrigen Temperaturen in der exponierten Lage und die ständigen Bewegungen aus der Konstruktion spielten bei der Entscheidung für eine passende Lösung eine wichtige Rolle.

„Schnelle Verarbeitung an kalten Tagen“

Gemeinsam entschieden Planer Andreas Fauter, Bauleiter Peter Müller von der Firma Dobler sowie Triflex-Mitarbeiter Stefan D’Hooghe, dass Triflex ProPark Var. II all diese Anforderungen erfüllt. „Ein großer Vorteil ist, dass das Spezialharz selbst an kalten Tagen schnell verarbeitet werden kann und keine Wartezeiten entstehen“, sagt Peter Müller. Das nach OS 10 klassifizierte Abdichtungssystem ist hoch belastbar sowie witterungs- und tausalzbeständig. Es kann auf verschiedenen Untergründen aufgebracht werden ohne die Statik zu beeinflussen, da es ein geringes Flächengewicht besitzt. Das Material wird flüssig appliziert und bindet auch schwierige Bauteile sicher in die Abdichtung ein. Der Systemaufbau besteht durchgängig aus PMMA. Dadurch ist ein chemischer Verbund innerhalb der einzelnen Schichten gewährleistet. Dank Vliesarmierung bleibt die Abdichtung flexibel und nimmt Bewegungen aus der Bauwerkskonstruktion schadlos auf. In der Variante II sorgt die Reibeplastik Triflex Cryl M 264 für eine wetterfeste, rutschhemmende und hoch abriebfeste Beschichtung.

Anforderungen gemeinsam gelöst

Bevor die Fachhandwerker mit den Abdichtungsarbeiten beginnen konnten, haben die Baubeteiligten die jeweils passende Vorgehensweise festgelegt, z. B. hinsichtlich der Anschlussdetails, der Übergänge zu den verzinkten Stahltreppen und der maximalen Aufbauhöhe der Beschichtung. „Es gab mehrere kurzfristige Abstimmungen und Besuche vor Ort“, berichtet Peter Müller. Damit war die Basis für eine erfolgreiche Projektrealisierung gelegt.

Innerhalb von nur fünf Tagen haben die Fachhandwerker der Firma Dobler die beiden 80 m2 große Aussichtsplattformen sowie 25 lfd. Meter Anschlüsse nach punktuellen Ausbesserungsarbeiten mit Triflex ProPark Var. II abgedichtet und beschichtet. Nach dem Anschleifen der Beton- und Metalluntergründe erfolgte die Grundierung mit Triflex Cryl Primer 287. Anschließend dichteten die Sanierer alle aufgehenden Bauteile mit dem vliesarmierten Triflex ProDetail ab. Für die Flächenabdichtung kam das vliesarmierte Triflex ProPark zum Einsatz. Nachdem die Höhe der Beschichtung für ein barrierefreies Bewegen auf der Aussichtsplattform festgelegt worden war, stellten die Verarbeiter die Versiegelung mit Triflex Cryl M 264 her.

Sicherer Blick ins Tal

Trotz des Publikumsverkehrs stellte das Verarbeiterteam schnell einen zuverlässigen Schutz der Betonkonstruktion her. Das Ergebnis ist ein rutschhemmender Boden, von dem aus die Zuschauer einen weitreichenden Blick ins Allgäuer Stillachtal haben und bei Wettkämpfen die Leistungen der Spitzensportler bejubeln können.

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2018-09-13T12:49:24+00:00