Snackable Content:
Guten Hunger!

von Lisa Krawczyk

Das Internet und die Sozialen Medien sind heute in erster Linie ein mobiles Medium. Mit dem Smartphone oder Tablet nehmen wir sie überall mit hin – in die Straßenbahn, an den Baggersee, in die Kneipe. Wann immer wir die Möglichkeit haben, gucken wir, ob es etwas Neues im Facebook-Feed, auf Instagram oder sonstwo gibt. Dabei buhlen unzählige Postings um unsere Aufmerksamkeit. Dabei haben wir kaum Zeit für sie. Das hat auch Einfluss darauf, wie wir Content Marketing betreiben. Stichwort: Snackable Content.

Textbroker, der Online-Marktplatz für Contenterstellung, definiert diesen Begriff, der momentan sprichwörtlich in aller Munde ist, in seinem Glossar wie folgt:

„Der Begriff Snackable kommt von dem englischen Wort Snack, das einen kleinen Imbiss beschreibt. Mit Snackable Content werden demnach Inhalte beschrieben, die ohne großen Aufwand und in kurzer Zeit rezipiert werden können. Gemeint sind etwa Texte, Videos oder Bilder, die ein Nutzer wie einen Snack nebenbei konsumieren kann. In der Regel sind die Inhalte weder sonderlich umfangreich, noch fordern sie einen hohen Rezeptionsaufwand. Animated Gifs, kurze animierte Bildsequenzen, die eine Aussage auf einen Blick erfassbar machen, sind ein Beispiel für Snackable Content.“

Weitere Beispiele sind Infografiken, Twitter-Posts, Memes und so weiter … die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Sortenauswahl bei Milka.

Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs liegt bei 9 Sekunden, die eines Menschen bei 8,25
Heutzutage wird nicht nur Kaffee, sondern auch Content "to go" konsumiert

Mundfertige Häppchen

Was braucht es also, um guten Snackable Content zu produzieren? Hier die Zutaten. Man nehme …

  1. einen optischen Blickfang
    Dieser sorgt dafür, dass sich der Inhalt von der Masse abhebt und Aufmerksamkeit erregt.
  2. Kürze für die Würze
    Denken Sie an den Goldfisch!
  1. wenig Ballaststoffe
    Leichte Kost ist gefragt!
  1. wahlweise Süße oder Schärfe
    Der Inhalt muss schließlich die Geschmacksknospen stimulieren. Ein Gähnen ist nicht die gewünschte Reaktion. Ein „Ooooh“ oder „Aaaah“ schon.
  1. einen Share-Button.

Es gibt kaum jemanden, der keinen Snackable Content konsumiert. Um aber die richtige Konsumentengruppe zu erreichen, muss man den Geschmack seiner Zielgruppe kennen und wissen, wo diese ihren Heißhunger stillt.

Vom Stück zur Tafel

Man kennt das: Es bleibt selten bei einem Stück Schokolade. Schnell wird ein Riegel draus, dann die ganze Tafel. Gut gemachter Snackable Content hat genau dieses Potenzial. Er stillt das Verlangen des Users, kurzzeitig unterhalten zu werden, aber macht gleichzeitig Lust auf mehr.

Genau hier liegt auch der Nutzen für die B2B-Kommunikation: Die vielen kleinen Happen verweisen letztlich auf ein großes Ganzes. Ein Blogeintrag wie dieser hier kann zum Beispiel die Basis einer Snackable-Content-Kampagne sein mit mehreren, unterschiedlich aufbereiteten Postings für verschiedene Kanäle. Fühlt sich der User sehr gut unterhalten oder bekommt einen Mehrwert, übersättigt der Snack nicht. Stattdessen macht sich der User auf die Suche nach mehr und nimmt sich dann auch mal die Zeit für ein ausgedehntes, mehrgängiges Menü. Denn während kurzweilige Inhalte einerseits boomen, zeigen die Statistiken ebenso: Auch lange Inhalte werden gelesen. Hier lassen sich Synergieeffekte nutzen.

Hinzu kommt, dass sich durch die Mehrfachverwendung Reichweite erzielen lässt. Wer die User regelmäßig mit Snacks versorgt, stärkt zudem sein Markenbild. Also: Happy Snacking!

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